Lektion 4
Au
weia, zwei Fische im Netz!
Au weia , zwei Fische im Netz
Und Tschüß
Die wichtigste Überlegung muss hier am
Anfang stehen. Es wäre völlig naiv zu glauben, die Partnersuche im
Internet beschränke sich auf lediglich einen Kontakt, der alle anderen
ausschließt! Gerade das wollen Sie nicht, genauso so wenig der andere. Es
ist also völlig normal, dass man mehrere Kontakte vorfolgt, um
herauszufinden, wo sich mehr als eine freundliche Bekanntschaft entwickeln
könnte. Das ist nicht unmoralisch, man nimmt ja niemandem etwas weg.
Unsinnig wäre es also, schon bei einem näheren Kennenlernen eifersüchtig
darauf zu reagieren, wenn bestehende Kontakte nicht einfach abgebrochen
werden.
Je mehr Sie einem Partner näher kommen
und den Kontakt intensivieren, desto selbstverständlicher löst sich das
vermeidliche Problem von ganz alleine. Gehen Sie einfach offen mit dieser
Frage um, es kann nur einfacher werden. Das muss natürlich nicht bedeuten,
dass Sie über jede Kontaktanfrage oder jedes Treffen Bericht erstatten,
aber diese Gemeinsamkeit kann durchaus ein Anknüpfungspunkt im Gespräch
sein. Möglicherweise stellen Sie hierbei sogar eine gemeinsame Wellenlänge
fest. Natürlich ist es auch hier eine Frage des Taktgefühls, wie man mit
diesem Thema umgeht.
Es wäre falsch, mit vielen Kontakten zu
prahlen oder darüber zu jammern, wenn man zu wenig Anfragen hat. In diesem
Fall ist es sinnvoller, seine persönlichen Angaben und Suchoptionen
überprüfen.
Es kann vorkommen, dass Sie mehrere
Kandidaten nicht nur irgendwie ganz nett finden, sondern auch den Wunsch
haben, den Kontakt zu intensivieren. Das ist sicher Anlass genug, nichts
zu überstürzen. Wenn sich bereits eine gewisse Vertrauensbasis eingestellt
hat, kann man auch über solche Dinge reden. Ehrlichkeit vermeidet auf
jeden Fall Enttäuschungen und Verletzungen.
Es ist dann sogar verzeihlich, wenn Ihnen
kleine Peinlichkeiten unterlaufen, weil Sie sich beim Beantworten von
Mails vertan haben oder sich einmal auffallend wiederholen. Solche Dinge
lassen sich klären, wenn das Interesse mehr als oberflächlich ist. Es gibt
aber ein paar ganz grobe Fehler, die einfach nicht sein brauchen. Einer
davon ist sicher, Emails einfach zu kopieren und an eine andere Adresse zu
schicken. Das fällt ziemlich schnell auf und ist wohl kaum zu reparieren.
Wenn Sie zu denen gehören, die eine
Reihe von Bekanntschaften vorwiegend per Email pflegen, dann sollten Sie
sich für jeden Kontakt einen Ordner anlegen, in den Sie eine Email nach
Erhalt oder Versand verschieben. Auf diese Weise können Sie leichter den
Gedankenaustausch verfolgen.
Tipp:
Ordnen Sie
Ihre Briefwechsel übersichtlich in Ordnern, dann finden Sie immer wieder
den richtigen Anknüpfungspunkt.
Mailprogramme
bieten in der Regel einfache Sortier- und Suchfunktionen. Eingehende
Emails lassen sich so schon beim Erhalt automatisch in den richtigen
Ordner verschieben.
Merken Sie, dass Sie einen Kontakt nicht
mehr verfolgen möchten, dann sollten sie ihn freundlich aber deutlich
beenden. Man kann sich bei der Gelegenheit ruhig für das Interesse
bedanken und dem Anderen Glück für die weitere Suche wünschen. Falsch wäre
es, aus reiner Höflichkeit so zu tun, als wäre noch Interesse vorhanden.
Sparen Sie sich das! Auch Ihnen wird es lieber sein, wenn Sie sich keinen
Illusionen machen brauchen. Falls Sie sich unsicher sind, sollten Sie
einfach sehr direkt nachfragen!
Und Tschüß…
Beate hatte ihn in der Firma kennen
gelernt. Gelegentlich telefonierte man miteinander und seine Stimme klang
ganz sympathisch, auch die Sachfragen ließen sich schnell und freundlich
besprechen.
Dann auf einmal, überraschend, aber nicht
unwillkommen, plötzlich diese Einladung, sich in der Mittagpause auf eine
Tasse Kaffee im Bistro Cappuccino um die Ecke zu treffen.
Ein wenig gespannt war sie schon, ob der
erste Eindruck sich bestätigen würde.
Am Telefon hatte es sich kurz beschrieben und sie erkannte ihn sofort.
Bernd hieß er, die Begrüßung war
freundlich, man bestellte, und kam leicht ins Gespräch. Erst über die
Arbeit natürlich, aber auch das eine oder andere private deutete sich
zumindest an.
Plötzlich stand er auf und verließ
wortlos den Raum.
Sie rührte in ihrem Cappuccino, dachte,
so unsympathisch ist er eigentlich nicht.
Nun ja, normalerweise sagt man ja was, wenn man mal für kleine Mädchen
muss, dachte Beate, hat er wohl vergessen, weil er in Gedanken war. So was
soll vorkommen. Nach einer Weile sah sie auf die Uhr, die Mittagspause
ging dem Ende zu, man musste zahlen. Er war nun schon eine ganze Weile
weg, länger als sie es erwarten konnte. Sie winkte der Kellnerin.
„Zahlen Sie getrennt?“
„Das kann ich schon übernehmen, haben Sie
den Herrn gesehen?“
„Der ist vorhin gegangen!“
Peng!
Das darf doch nicht wahr sein, steht auf und geht! Ich fass es nicht,
einfach so?
Eine unglaubliche Flegelei, der hat ein Rad ab!
Kopfschüttelnd zahlte Beate, zum Lachen
war das wirklich nicht, die Mittagspause futsch und der Rest des Tages
auch. Noch einmal würde ihr das nicht passieren.
Übertragen Sie das Szenario einfach mal
auf die Situation von den ersten anonymen Nachrichten, die Sie über ihre
Partneragentur austauschen bis zu dem Schritt, einen privaten Emailverkehr
aufzunehmen
Bei den meisten Kontakt – Postfächern
können Sie schon am Anfang unkompliziert einen Kontakt ablehnen. Dafür
haben die Anbieter in der Regel höfliche und unverbindliche Formulierungen
oder Auswahlantworten.
Mit der privaten Email-Adresse lassen Sie
jedoch schon einen persönlichen Kontakt zu, für den die ganz normalen,
alltägliche Spielregeln der Höflichkeit gelten sollten.
Wenn sich nach den ersten Mails herausstellt, dass Sie und Ihr Kontakt
nicht auf die gleiche Wellenlänge kommen, dann ist das sicher nicht der
Weltuntergang. Es ist Teil des Systems der Online-Suche, und nicht der
schlechteste.
Es hat wenig Sinn, solche
„aussichtslosen“ Kontakte weiterzuführen. Also, den Kontakt abbrechen!
Sie haben für sich in Anspruch genommen,
ernst genommen zu werden und setzen diese Erwartung auch beim Anderen
voraus. Seien Sie ganz einfach deutlich und vor allem höflich!
Der schlechteste Weg ist, eine Mail gar nicht zu beantworten und den
Kontakt schlichtweg „sitzen zu lassen“. Wie wäre es aber mit einer Mail,
die etwa so formuliert ist:
„Lieber …….., es war interessant, dich
auf diesem Wege kennenzulernen! Inzwischen weiß ich, dass unser Interesse
füreinander wenig Aussicht auf eine Fortsetzung des Kontaktes hat. Vielen
Dank für deine Aufmerksamkeit und alles Gute für deine weitere
Partnersuche.“
Problematisch kann auch sein, wenn Sie
lediglich zum Mülleimer für irgendwelche Probleme, psychische Störungen
oder als Beichtvater missbraucht werden sollen. Ein Hinweis darauf kann
sein, wenn jemand kaum auf Sie eingeht und ständig über eigene Probleme
schreibt.
Oder jemand will Sie ganz unsensibel einfach ausfragen!
Tipp:
Beenden Sie
einen Mailkontakt höflich!
Beenden Sie den Kontakt deutlich und bestimmt!
Vermeiden Sie herabsetzende Formulierungen!
Ihre Absage kann sich auf etwas beziehen, muss es aber nicht.
Wenn jemand unverschämt wird:
Prüfen Sie, ob
sie diesen Absender in ihrem Mailprogramm blockieren können!
Bei Outlook z. B. die Mail markieren, im Pulldown - Menu „Nachricht“,
dann „Absender blockieren“ klicken.
Werden zumutbare Grenzen überschritten,
ist auch zu überlegen, ob man das dem Betreiber der Partnervermittlung
mitteilen sollte. Das ist sinnvoll, wenn man den Verdacht hat, dass ein
Missbrauch einer seriösen Vermittlung vorliegt.
Etwas anderes ist es, wenn Sie für einige
Zeit nicht erreichbar sind, am bestehenden Kontakt aber weiterhin
interessiert. Hier ist es sicher sinnvoll, die Abwesenheit kurz
anzukündigen. Bei jedem ernstzunehmenden Partner werden Sie dafür
Verständnis haben, auch ohne großartig zu begründen. Wenn Sie das jedoch
als Ausrede benutzen, weil Sie sich nicht zu einer Absage durchringen
können, programmieren Sie Frust. Stellen Sie sich das einfach umgekehrt
vor!
Eine wegen der Häufigkeit nicht mehr so
originelle Absage ist übrigens:
„Wollte mich nur
verabschieden, hab mich gerade total verliebt“, klingt allerdings
eleganter als „Tschüß, hab kein Bock mehr!“
Im ersten Fall, versuchen Sie, sich
hilflos in einer Tabuzone zu schützen, im zweiten Fall sind Sie einfach
nur frech. Sie wissen, das Medium Mail eignet sich zu Offenbarungen und
Entgleisungen. Seien sie einfach so höflich und liebenswert wie bei einer
persönlichen Begegnung!