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Partnersuche im Internet
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Lektion 2
Lektion 3
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Marcella Berger

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 Lektion 4

Au weia, zwei Fische im Netz! 

Au weia , zwei Fische im Netz
Und Tschüß

Die wichtigste Überlegung muss hier am Anfang stehen. Es wäre völlig naiv zu glauben, die Partnersuche im Internet beschränke sich auf lediglich einen Kontakt, der alle anderen ausschließt! Gerade das wollen Sie nicht, genauso so wenig der andere. Es ist also völlig normal, dass man mehrere Kontakte vorfolgt, um herauszufinden, wo sich mehr als eine freundliche Bekanntschaft entwickeln könnte. Das ist nicht unmoralisch, man nimmt ja niemandem etwas weg. Unsinnig wäre es also, schon bei einem näheren Kennenlernen eifersüchtig darauf zu reagieren, wenn bestehende Kontakte nicht einfach abgebrochen werden.  

Je mehr Sie einem Partner näher kommen und den Kontakt intensivieren, desto selbstverständlicher löst sich das vermeidliche Problem von ganz alleine. Gehen Sie einfach offen mit dieser Frage um, es kann nur einfacher werden. Das muss natürlich nicht bedeuten, dass Sie über jede Kontaktanfrage oder jedes Treffen Bericht erstatten, aber diese Gemeinsamkeit kann durchaus ein Anknüpfungspunkt im Gespräch sein. Möglicherweise stellen Sie hierbei sogar eine gemeinsame Wellenlänge fest. Natürlich ist es auch hier eine Frage des Taktgefühls, wie man mit diesem Thema umgeht.  

Es wäre falsch, mit vielen Kontakten zu prahlen oder darüber zu jammern, wenn man zu wenig Anfragen hat. In diesem Fall ist es sinnvoller, seine persönlichen Angaben und Suchoptionen überprüfen. 

Es kann vorkommen, dass Sie mehrere Kandidaten nicht nur irgendwie ganz nett finden, sondern auch den Wunsch haben, den Kontakt zu intensivieren. Das ist sicher Anlass genug, nichts zu überstürzen. Wenn sich bereits eine gewisse Vertrauensbasis eingestellt hat, kann man auch über solche Dinge reden. Ehrlichkeit vermeidet auf jeden Fall Enttäuschungen und Verletzungen.  

Es ist dann sogar verzeihlich, wenn Ihnen kleine Peinlichkeiten unterlaufen, weil Sie sich beim Beantworten von Mails vertan haben oder sich einmal auffallend wiederholen. Solche Dinge lassen sich klären, wenn das Interesse mehr als oberflächlich ist. Es gibt aber ein paar ganz grobe Fehler, die einfach nicht sein brauchen. Einer davon ist sicher, Emails einfach zu kopieren und an eine andere Adresse zu schicken. Das fällt ziemlich schnell auf und ist wohl kaum zu reparieren.

 Wenn Sie zu denen gehören, die eine Reihe von Bekanntschaften vorwiegend per Email pflegen, dann sollten Sie sich für jeden Kontakt einen Ordner anlegen, in den Sie eine Email nach Erhalt oder Versand verschieben. Auf diese Weise können Sie leichter den Gedankenaustausch verfolgen. 

Tipp:

Ordnen Sie Ihre Briefwechsel übersichtlich in Ordnern, dann finden Sie immer wieder den richtigen Anknüpfungspunkt.

Mailprogramme bieten in der Regel einfache Sortier- und Suchfunktionen. Eingehende Emails lassen sich so schon beim Erhalt automatisch in den richtigen Ordner verschieben.

 

Merken Sie, dass Sie einen Kontakt nicht mehr verfolgen möchten, dann sollten sie ihn freundlich aber deutlich beenden. Man kann sich bei der Gelegenheit ruhig für das Interesse bedanken und dem Anderen Glück für die weitere Suche wünschen. Falsch wäre es, aus reiner Höflichkeit so zu tun, als wäre noch Interesse vorhanden. Sparen Sie sich das! Auch Ihnen wird es lieber sein, wenn Sie sich keinen Illusionen machen brauchen. Falls Sie sich unsicher sind, sollten Sie einfach sehr direkt nachfragen! 

Und Tschüß… 

Beate hatte ihn in der Firma kennen gelernt. Gelegentlich telefonierte man miteinander und seine Stimme klang ganz sympathisch, auch die Sachfragen ließen sich schnell und freundlich besprechen.

Dann auf einmal, überraschend, aber nicht unwillkommen, plötzlich diese Einladung, sich in der Mittagpause auf eine Tasse Kaffee im Bistro Cappuccino um die Ecke zu treffen.  

Ein wenig gespannt war sie schon, ob der erste Eindruck sich bestätigen würde.
Am Telefon hatte es sich kurz beschrieben und sie erkannte ihn sofort.

Bernd hieß er, die Begrüßung war freundlich, man bestellte, und kam leicht ins Gespräch. Erst über die Arbeit natürlich, aber auch das eine oder andere private deutete sich zumindest an.

 Plötzlich stand er auf und verließ wortlos den Raum.  

Sie rührte in ihrem Cappuccino, dachte, so unsympathisch ist er eigentlich nicht.
Nun ja, normalerweise sagt man ja was, wenn man mal für kleine Mädchen muss, dachte Beate, hat er wohl vergessen, weil er in Gedanken war. So was soll vorkommen. Nach einer Weile sah sie auf die Uhr, die Mittagspause ging dem Ende zu, man musste zahlen. Er war nun schon eine ganze Weile weg, länger als sie es erwarten konnte. Sie winkte der Kellnerin.

„Zahlen Sie getrennt?“

„Das kann ich schon übernehmen, haben Sie den Herrn gesehen?“

„Der ist vorhin gegangen!“ 

Peng!
Das darf doch nicht wahr sein, steht auf und geht! Ich fass es nicht, einfach so?
Eine unglaubliche Flegelei, der hat ein Rad ab! 

Kopfschüttelnd zahlte Beate, zum Lachen war das wirklich nicht, die Mittagspause futsch und der Rest des Tages auch. Noch einmal würde ihr das nicht passieren. 

Übertragen Sie das Szenario einfach mal auf die Situation von den ersten anonymen Nachrichten, die Sie über ihre Partneragentur austauschen bis zu dem Schritt, einen privaten Emailverkehr aufzunehmen

Bei den meisten Kontakt – Postfächern können Sie schon am Anfang unkompliziert einen Kontakt ablehnen. Dafür haben die Anbieter in der Regel höfliche und unverbindliche Formulierungen oder Auswahlantworten.

Mit der privaten Email-Adresse lassen Sie jedoch schon einen persönlichen Kontakt zu, für den die ganz normalen, alltägliche Spielregeln der Höflichkeit gelten sollten.
Wenn sich nach den ersten Mails herausstellt, dass Sie und Ihr Kontakt nicht auf die gleiche Wellenlänge kommen, dann ist das sicher nicht der Weltuntergang. Es ist Teil des Systems der Online-Suche, und nicht der schlechteste.  

Es hat wenig Sinn, solche „aussichtslosen“ Kontakte weiterzuführen. Also, den Kontakt abbrechen!

Sie haben für sich in Anspruch genommen, ernst genommen zu werden und setzen diese Erwartung auch beim Anderen voraus. Seien Sie ganz einfach deutlich und vor allem höflich!
Der schlechteste Weg ist, eine Mail gar nicht zu beantworten und den Kontakt  schlichtweg „sitzen zu lassen“. Wie wäre es aber mit einer Mail, die etwa so formuliert ist: 

„Lieber …….., es war interessant, dich auf diesem Wege kennenzulernen! Inzwischen weiß ich, dass unser Interesse füreinander wenig Aussicht auf eine Fortsetzung des Kontaktes hat. Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und alles Gute für deine weitere Partnersuche.“ 

Problematisch kann auch sein, wenn Sie lediglich zum Mülleimer für irgendwelche Probleme, psychische Störungen oder als Beichtvater missbraucht werden sollen. Ein Hinweis darauf kann sein, wenn jemand kaum auf Sie eingeht und ständig über eigene Probleme schreibt.
Oder jemand will Sie ganz unsensibel einfach ausfragen! 

 Tipp:

Beenden Sie einen Mailkontakt höflich!
Beenden Sie den Kontakt deutlich und bestimmt!
Vermeiden Sie herabsetzende Formulierungen!
Ihre Absage kann sich auf etwas beziehen, muss es aber nicht.
Wenn jemand unverschämt wird:

Prüfen Sie, ob sie diesen Absender in ihrem Mailprogramm blockieren können!
Bei Outlook z. B. die Mail markieren, im Pulldown - Menu „Nachricht“, dann „Absender blockieren“ klicken.

 

Werden zumutbare Grenzen überschritten, ist auch zu überlegen, ob man das dem Betreiber der Partnervermittlung mitteilen sollte. Das ist sinnvoll, wenn man den Verdacht hat, dass ein Missbrauch einer seriösen Vermittlung vorliegt.  

Etwas anderes ist es, wenn Sie für einige Zeit nicht erreichbar sind, am bestehenden Kontakt aber weiterhin interessiert. Hier ist es sicher sinnvoll, die Abwesenheit kurz anzukündigen. Bei jedem ernstzunehmenden Partner werden Sie dafür Verständnis haben, auch ohne großartig zu begründen. Wenn Sie das jedoch als Ausrede benutzen, weil Sie sich nicht zu einer Absage durchringen können, programmieren Sie Frust. Stellen Sie sich das einfach umgekehrt vor!  

Eine wegen der Häufigkeit nicht mehr so originelle Absage ist übrigens:

„Wollte mich nur verabschieden, hab mich gerade total verliebt“, klingt allerdings eleganter als „Tschüß, hab kein Bock mehr!“

Im ersten Fall, versuchen Sie, sich hilflos in einer Tabuzone zu schützen, im zweiten Fall sind Sie einfach nur frech. Sie wissen, das Medium Mail eignet sich zu Offenbarungen und Entgleisungen. Seien sie einfach so höflich und liebenswert wie bei einer persönlichen Begegnung!